Apollinariswallfahrt lockt wie eh und je große Pilgerscharen auf den Apollinarisberg

Apollinariswallfahrt lockt wie eh und je große Pilgerscharen auf den Apollinarisberg

Jahresthema: „Die Freude am Herrn ist meine Stärke“

Schon seit Jahrhunderten pilgern Menschen zum Apollinarisberg in Remagen, um den Heiligen Apollinaris zu ehren, und seine Fürsprache herabzurufen. Höhepunkt des Jahres ist die zweiwöchige Apollinaris-Wallfahrt, die am vergangenen Samstag mit der Eröffnungsmesse begann und am Sonntag, 5. August endet. Zur Eröffnungsmesse am Samstag, die vom Apollinaris-Kirchenchor feierlich gesanglich begleitet wurde, hatten sich hunderte von Menschen in und vor der Apollinariskirche eingefunden. Mit dabei die Schützen der Sankt Sebastianus Schützengesellschaft Remagen um Präsidenten Wolfgang Strang und Schützenkönig Gereon Wickord, die die Geistlichen der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ um den geistlichen Rektor Pater Bartholomé van Oudheusden sowie den leitenden Remagener Pfarrer und stellvertretenden Dechanten Frank Klupsch in die Kirche geleiteten und auch die Prozession im Klostergarten begleiteten. Pater Bartholomé begrüßte neben den vielen Pilgern besonders Pfarrer Frank Klupsch, die Schwestern und Brüder der Gemeinschaft, den Apollinaris-Kirchenchor und die Schützen mit König Gereon Wickord. Sein Dank galt den Schützen für die Begleitung. Sein Dank galt aber auch den zahlreichen Mitarbeitern, ohne die die Wallfahrt nicht gestaltet werden könnte. „Wir ehren den Heiligen Apollinaris vor allem als Märtyrer und als Bischof. Wir vertrauen auf seine Fürsprache und wir werden die Büste mit den Reliquien des Heiligen Apollinaris nun aus seinem Sarkophag befreien.

Zum Segen erklangen die Böller

Das diesjährige Motto der Wallfahrt lautet: „Die Freude am Herrn ist meine Stärke““, betonte Pater Bartholomé. Gemeinsam zogen die Geistlichen in die Krypta, öffneten den steinernen Sarkophag und entnahmen ihm die silberne Büste des Heiligen Apollinaris, die von Pfarrer Klupsch feierlich inden Altarraum der Apollinariskirche getragen wurde. Im Anschluss zogen die Geistlichen mit der Büste auf den Schultern von zwei Diakonen getragen durch den Klostergarten zum PacelliPlatz. Dort sprach Pfarrer Klupsch mit dem Haupt des Heiligen Apollinaris den Segen über die Stadt und seine Menschen. „Es ist mir eine Freude, dass ich Remagen unter den Segen Gottes stellen darf. Mein herzlicher Dank gilt der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“, die nun schon seit über zehn Jahren die Apollinaris-Wallfahrt auf dem Apollinarisberg feiert“, betonte Klupsch. In dieser Zeit werde häufig deutlich, wie sehr die Menschen den Segen Gottes brauchen. „Unser Gott thront nicht unbewegt am Himmel. Er ist zu uns herabgekommen und ist mitten unter uns“, hob Pfarrer Klupsch hervor und betonte, dass Gott sage: „Ich bin bei euch alle Tage“. Zum Segen erklangen die Böller aus der Kanone der Schützen. Im Anschluss ging es in der Prozession, der sich auch alle Pilger angeschlossen hatten, zum „Großer Gott wir loben dich“ wieder zurück in das Gotteshaus. Nach Lesungen aus dem Buch Jesaja, dem Philipper-Brief des Apostels Paulus und dem Johannesevangelium hielt Pfarrer Frank Klupsch die Predigt der Eröffnungsmesse der Apollinaris-Wallfahrt. Klupsch warf einen Blick auf die Welt von heute mit ihren zweiGesichtern. Auf der einen Seite würden die Nachrichten von Krisengebieten und Autokraten die Welt beherrschen. Auf der anderen Seite stünde die sogenannte Spaßgesellschaft mit leichter Kost und geringer Anstrengung.

Innige Verbindung zwischen „Vater“ und „Sohn“

„Was wir Menschen heute brauchen – so meine ich jedenfalls – ist eine positive Grundstimmung, um den Anforderungen begegnen und das Leben bewältigen zu können. Aber aus welchen Quellen beziehen wir die Kräfte, um eine lebensfrohe Grundstimmung zu finden und sie ansprechend und glaubwürdig zu vermitteln? Worauf gründen wir unser Leben, um eine gute Zukunft zu haben?
Diese Frage entsteht vor allem in Zeiten von Krise und Umbruch. Das gilt für ein Volk und einen Staat; das gilt für die Gemeinschaft der Völker in einer kleiner werdenden Welt. Dies gilt für Ehe und für die Familie. Und das gilt nicht zuletzt für uns Christen, für die Kirche. Aus welcher Kraft lebe ich als Christ? Worauf gründen wir unser Leben, um eine Zukunft zu haben beziehungsweise um dem Leben gewachsen zu sein“, fragte Pfarrer Klupsch. Als Orientierung könne dabei der Jesus aus dem Johannesevangelium gelten, der seine Jünger noch kurz vor dem Kreuz auf Freundschaft, Liebe und Freude eingeschworen habe. Statt Enttäuschung und Zorn auf Feiglinge und Verräter setzt Jesus auf die innige Verbindung zwischen „Vater“ und „Sohn“. Diese Verbindung, so Klupsch, lasse sich auf alle Menschen, aller Generationen und alle Zeiten übertragen. Wer als Freund bezeichnet werde, habe Zugang zum persönlichen Lebensbereich seines Mitmenschen und erfahre auch einen großen Vertrauensvorschuss ohne rechtliche Absicherung. Dieses Liebesangebot des Alten Testaments werde durch den Menschen Jesus, seinen Lebensweg, sein Leiden, Tod und Auferstehung in einer Weise entfaltet, wie sie keine andere Religion anzubieten habe. „Liebe Pilgerinnen und Pilger, die Wallfahrt zum Heiligen Apollinaris, die wir heute eröffnen, lädt uns erneut ein, auf die Fürsprache des Heiligen, die persönliche Freundschaft, die Begegnung mit Christus nicht nur zu erneuern, sondern auch zu vertiefen. Nutzen wir die Chance, die uns heute und in den nächsten Wochen hier auf dem Berg gegeben wird und „die Freude am Herrn wird unsere Kraft sein““, schloss Pfarrer Klupsch die Predigt. Zum krönenden Abschluss der Eröffnungsmesse der Apollinaris-Wallfahrt hatten die Gläubigen die Gelegenheit sich das Heilige Haupt aufsetzen zu lassen und den persönlichen Segen in Empfang zu nehmen.

Ausblick

Noch bis Sonntag, 5. August dauert die Apollinaris-Wallfahrt an. Am kommenden Sonntag, 29. Juli, ist ein weiterer Glanzpunkt sicher das Pontifikalamt mit dem Bischof aus Münster, Felix Genn. Das Pontifikalamt ist um 10.30 Uhr. Bis zum Ende der Wallfahrt ist täglich um 10.30 Uhr und um 18 Uhr eine Pilgermesse und um 15 Uhr eine Pilgerandacht. Zusätzlich gibt es an den Sonntagen eine Messe um 8 Uhr. Im Anschluss an die Gottesdienste lädt die „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ jeweils zu einem einfachen Imbiss oder Kaffee und Kuchen in den Klostergarten und bei nicht so gutem Wetter in das Kloster ein. – AB –